Schutz gegen Cybercrime 

Sicher im Web

Das richtige Passwort will wohlüberlegt sein: Je komplexer die Kombination, desto höher der Schutz gegen Cyberkriminelle. Dennoch werden im Alltag oft simple Begriffe oder Zahlenreihen verwendet. Foto: Pixabay

„12345“ oder „hallo“ – bei der Wahl ihrer Passwörter vertrauen viele Menschen auf einfache Lösungen. Jeder dritte Internetnutzer (32 Prozent) gibt außerdem an, dass er für mehrere Online-Dienste dasselbe Kennwort nutzt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des in Berlin ansässigen Digitalverbandes Bitkom unter 1.017 Internetnutzern in Deutschland.

„Wer sich auf ein einziges Passwort für verschiedene Online-Dienste verlässt, macht es Cyberkriminellen sehr einfach“, sagt Dr. Nabil Alsabah. Der Bitkom-Experte für IT-Sicherheit warnt: „Wenn dieses Passwort einmal in falsche Hände gerät, ist die gesamte digitale Identität eines Nutzers gefährdet.“ Einen perfekten Schutz vor Kriminellen bieten aber auch die längsten Zeichenfolgen nicht. Doch wer einige Hinweise beachtet, erschwert Cyberattacken deutlich.

Komplexe Passwörter nutzen

Es gibt eine einfache Faustregel: Je komplexer das Passwort, desto höher der Schutz. Trotzdem werden im Alltag oft simple Begriffe oder Zahlenreihen verwendet. Dabei lassen sich mit einem Trick schwierige Kombinationen ganz leicht einprägen. Um Passwörter mit Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen zu generieren, werden einfach die Anfangsbuchstaben von ausgedachten Sätzen genommen, etwa „Mein Verein gewann das entscheidende Spiel mit 3 zu 2!“ Daraus lässt sich ein sicheres und gut zu merkendes Passwort erstellen: „MVgdeSm3z2!“.

Digitale Passwort-Manager können ebenfalls hilfreich sein. Sie speichern alle genutzten Kennwörter in einer verschlüsselten Datei. Nutzer müssen sich nur noch ein Passwort merken, das Master-Passwort. Dieses sollte allerdings höchste Standards erfüllen. Denn einmal eingetippt, erlangt man Zugang zu allen gespeicherten Kennwörtern. Einige Programme bieten sogar die Möglichkeit, nicht nur Passwörter, sondern auch die dazugehörigen Benutzernamen zu speichern. Auf Wunsch füllen die Programme die abgefragten Felder beim Login auch automatisch aus.

Doppelte Sicherheitsstufe

Einige Dienste bieten zudem „Mehr-Faktor-Authentifizierungen“ an. Das bedeutet, dass der Nutzer mehr als eine Sicherheitsabfrage beantworten muss, um auf einen Account zuzugreifen. Dazu erhält man nach der Passwortabfrage beispielsweise per SMS einen Code auf sein Mobiltelefon, der im Anschluss eingegeben werden muss.

Wichtig ist auch ein aktueller Virenscanner. Ohne diesen Schutz ist es Bitkom-Experten zufolge äußerst gefährlich, sich im Internet zu bewegen. Umso wichtiger ist es, die Virensoftware immer auf dem neuesten Stand zu halten. Nutzer sollten deshalb die Update-Hinweise ihrer Virensoftware ernst nehmen. Gleiches gilt für das Betriebssystem, den Browser, Add-Ons und andere Programme.

Eine weitere Masche: Beim sogenannten Phishing verschicken Betrüger gefälschte E-Mails mit Links zu Online-Händlern, Bezahl- oder Paketdiensten sowie sozialen Netzwerken. Dort geben die Opfer dann nichtsahnend ihre persönlichen Daten preis. Häufig holt sich aber auch ein unerkannter Trojaner diese vertraulichen Informationen. Cyberkriminelle wollen so an die Identität der Betrugsopfer in Kombination mit Zugangsdaten zu Online-Banking oder anderen Diensten kommen. Das oberste Gebot lautet daher: Stets den gesunden Menschenverstand einschalten. Banken und Unternehmen bitten ihre Kunden nie per E-Mail, vertrauliche Daten im Web einzugeben. Diese Mails sollten am besten sofort gelöscht werden. Das Gleiche gilt für Nachrichten mit unbekanntem Dateianhang oder verdächtige Anfragen in sozialen Netzwerken. 

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