Fachanwalt Michael Weber gibt Tipps zu Facebook & Co. 

Fachanwalt Michael Weber gibt Tipps zu Facebook & Co.

Foto: privat

Soziale Netzwerke: Fallen vermeiden

Soziale Netzwerke haben die Kommunikation über das Internet geradezu revolutioniert. Für viele sind sie gar zur wichtigsten Informationsquelle geworden. Unternehmen vertrauen daher zunehmend auf neue, digitale Werbeformen und machen sich die Vorteile der sozialen Netzwerke zunutze, insbesondere deren hohe Streubreite und die Möglichkeit, Kunden persönlich anzusprechen. Wie überall sind aber auch beim Social-Media-Marketing gewisse Regeln einzuhalten.

  • Impressumspflicht beachten

Grundsätzlich gelten für Social-Media-Accounts die gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen wie für die Unternehmens-Website. Ein Unternehmensaccount muss also über ein leicht zugängliches Impressum mit sämtlichen für das Unternehmen geltenden Pflichtangaben verfügen.

Entscheidend ist aber nicht nur, dass es ein Impressum gibt, sondern auch, wo sich dieses befindet. Nicht ausreichend ist es, das Impressum unter dem Tab „Info“ vorzuhalten (OLG Düsseldorf, Az.: I-20 U 75/13). Am besten ist das Impressum bereits auf der Startseite sichtbar.

Die Impressumspflicht gilt nicht für Privataccounts. Wirbt aber der Unternehmer auch auf seinem privaten Account für das Unternehmen, beispielsweise durch Darstellung eines Produktes oder Ankündigung einer Veranstaltung, so muss er auch auf seinem Privataccount die gleichen Pflichten erfüllen wie auf dem Unternehmensaccount, insbesondere also ein Impressum vorhalten.

  • Strenge Nutzungsbedingungen

Die sozialen Netzwerke stellen in ihren Nutzungsbedingungen gewisse Anforderungen an den Inhalt von Unternehmensseiten und Werbebeiträgen. So darf zum Beispiel das Facebook-Logo nicht in dort geschalteten Werbebeiträgen verwendet werden. Hierdurch will Facebook verhindern, auf der eigenen Plattform selbst als Werbeträger für fremde Produkte eingesetzt zu werden. Gerade Facebook reagiert konsequent, wenn die Nutzungsbedingungen nicht beachtet werden. Oft wird ohne Ankündigung der Firmenaccount gelöscht. Das ist besonders ärgerlich, wenn das Unternehmen viel Zeit und Geld investiert hat, um einen professionellen Auftritt einzurichten.

  • Mitarbeiter als Werbeträger

Da sich viele Beschäftigte ebenfalls in sozialen Netzwerken bewegen, können sie zu effektiven Werbebotschaftern des Unternehmens in ihrem privaten Umfeld werden. Der Werbeeffekt der persönlichen Kommunikation mit privaten Kontakten ist immens. Wirbt der Mitarbeiter für das Unternehmen, so muss er sich aber auch als solcher zu erkennen geben. Ansonsten haftet der Unternehmer wegen verschleierter Schleichwerbung. Außerdem muss der Beschäftigte sämtliche Pflichtangaben verwenden, wie beispielsweise die Angaben des Energieausweises beim Verkauf oder der Vermietung eines Gebäudes. Für Verstöße haftet der Unternehmer (LG Freiburg, Az.: 12 O 83/13).

Das Unternehmen sollte daher allgemeingültige Socia-Media-Guidelines entwerfen, um alle Mitarbeiter vorab zu sensibilisieren und Haftungsrisiken einzudämmen.    

 

Über den Autor: Michael Weber, Fachanwalt für IT-Recht

Michael Weber ist Fachanwalt für IT-Recht in der Kanzlei Dr. Weber & Dr. Beneke im baden-württembergischen Rastatt. Der Jurist hält regelmäßig Vorträge und berät als Experte Unternehmen in allen Fragen rund um die  Rechtssicherheit im Internet.

In BauPunkt aktiv vermittelt er ab sofort Hintergrundwissen zu spannenden Themen aus seinem Spezialgebiet. Weitere Infos zu Michael Weber und seiner Kanzlei finden sich im Internet unter www.rechtsanwalt-rastatt.de.

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