Hessen testet neuen Hochleistungsbeton für Brücken 

Fast so belastbar wie Stahl

Im hessischen Fulda wird mit einem Pilotprojekt ein Ultrahochfester-Faserbeton getestet. Foto: Hessen Mobil

Effektiv, kostengünstig und nachhaltig. In Hes­sen wird derzeit in einem deutschlandweit einzigartigen Pilotprojekt ein neuer Werkstoff erprobt, der den Brückenbau revolutionieren könn­te: Ultrahochfester-Faserbeton, kurz UHFB. Der Hochleistungswerkstoff ist laut der zuständigen Straßenbehörde Hessen Mobil fast so belastbar wie Stahl und nimmt Zugspannungen problemlos auf, ohne zu reißen. Zudem ist der Baustoff bis an die Belastungsgrenze wasserdicht.

UHFB besteht aus einem Gemisch aus Wasser, Zement, Quarzmehlen, Silikastaub, feinkörnigem Sand, chemi­schen Zusatzmitteln und Fasern aus hochfestem Stahl mit 0,2 mm Durchmesser und bis zu 2 cm Länge.

Hohe Anforderungen beim Brückenbau

Im Brückenbau werden besonders hohe Anforderungen an die verwendeten Materialien gestellt. Dies betrifft so­wohl die Berechnung, Herstellung als auch die Verarbei­tung. UHFB muss deshalb zur Zulassung auf der Baustelle zunächst mit diesem Pilotprojekt erprobt werden. Dafür wurde der Neubau der Brücke der L 3378 über die B 27 im hessischen Fulda ausgewählt.

Durch eine statisch mittragende, nur 7 cm dicke UHFB-Schicht wird die Brücke verstärkt und gleichzeitig abge­dichtet. Eine zusätzliche, sonst übliche Abdichtung kann entfallen. Das spart neben Zeit auch Kosten. Aktuell erfol­gen Probebetonagen auf Testflächen. Dabei untersuchen Experten die Parameter von Transport, Einbau, Verarbei­tung und Nachbehandlung des neuen Werkstoffs. Die Fer­tigstellung des Brückenbauwerks und der dazugehörigen Straßenbauarbeiten ist für Ende dieses Jahres geplant.

Das Pilotprojekt ist eine Kooperation von Hessen Mobil mit der Elementbau Osthessen GmbH, ELO KG, der Eidgenössi­schen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), der Ulrich GmbH, der Technischen Universität Graz, der Gesellschaft für Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwe­sen Leipzig mbH sowie der Bundesanstalt für Straßenwe­sen mit Sitz in Bergisch-Gladbach. Nach der erfolgreichen Erprobung des UHFB will Hessen Mobil den neuen Hoch­leistungswerkstoff künftig landesweit bei der Sanierung und dem Neubau von Brücken einsetzen.

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