Abstürze sind die häufigste Ursache für tödliche Arbeitsunfälle 

Jeder Dritte nicht richtig gesichert

Jeder Dritte nicht richtig gesichert

Jeder dritte tödliche Absturz ereignet sich aufgrund fehlender oder unzureichender Sicherungsmaßnahmen. Das ergab eine jetzt veröffentlichte Auswertung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) von mehr als 400 Unfallberichten zu tödlichen Absturzunfällen in den Jahren 2009 bis 2016. Bei mehr als jedem zehnten Unfall erfolgte der Sturz aus weniger als 2 m Höhe. Die Unfallopfer waren fast ausschließlich männlich. Insbesondere ältere Beschäftigte tragen laut BAuA ein erhöhtes Risiko.

Bei Arbeiten in luftiger Höhe sollte stets auf die richtige Sicherung geachtet werden. Foto: pixabay

Schon Stürze aus geringer Höhe sind lebensgefährlich

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist im untersuchten  Zeitraum zwar leicht zurückgegangen, dennoch stehen Absturzunfälle mit einem Anteil von etwa 25 Prozent weiter an erster Stelle. Die Unfallopfer brechen dabei oft durch Lichtkuppeln oder fallen von Gerüsten. Nicht tragfähige Bauteile spielen bei etwa jedem dritten Unfall eine Rolle, erklärt die Bundesanstalt. Auch wenn Abstürze aus 5 bis 10 m den größten Anteil ausmachen, können bereits Stürze aus geringen Höhen tödlich enden. So erfolgte in 49 Fällen (10 Prozent) der Absturz aus weniger als 2 m Höhe.

Die meisten tödlichen Absturzunfälle ereignen sich der Auswertung zufolge bei Montagearbeiten, Demontage-tätigkeiten und Transportarbeiten. Dabei ist die Baustelle mit einem Anteil von rund 65 Prozent der häufigste Unfallort. Fast drei Viertel der Opfer waren Routiniers mit mehr als dreijähriger Berufserfahrung. Rund 50 Prozent der Abgestürzten waren älter als 50 Jahre.

In mehr als der Hälfte der Absturzunfälle ist die sogenannte Gefährdungsbeurteilung unvollständig oder nicht an aktuelle Änderungen des Arbeitssystems angepasst, beklagen die Experten der BAuA. In knapp 300 Fällen lagen Verstöße gegen sicherheitstechnische Vorschriften vor. Zudem bestand bei 65 Opfern für die zum Unfall führenden Tätigkeiten kein Arbeitsauftrag. Nach Einschätzung der Ermittler hätten Absturzsicherungen in etwa jedem dritten Fall die Folgen wahrscheinlich erheblich mildern können.

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